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Flüsse und Überschwemmungen
 

11b_Muehlheim1995

Überschwemmungen an Flüssen werden in den Nachrichten stets als Katastrophen präsentiert. Die Menschen kämpfen verzweifelt mit Sandsäcken gegen die Fluten. Dabei sind Überschwemmungen von Flüssen das Natürlichste, was so ein Fluss machen kann und auch muss, um den Lebensraum gesund zu halten. Wenn es viel regnet oder der Schnee im Frühjahr schmilzt, passt der Fluss nicht mehr in das schmale Bett, und er breitet sich aus. Er trägt dabei fruchtbare Mineralien und Nährstoffe auf die Äcker. Das alte Ägypten wurde so zu einer Kornkammer: der Nil überschwemmte jährlich das Land, alle warteten sehnsüchtig darauf. Danach war wieder fruchtbarer Boden da, auf dem das Korn erneut wuchs. Seit in Ägypten Dämme gebaut wurden, kann sich kein Sediment mehr aus dem Oberlauf ablagern, und das Land Ägypten muss im Ausland Millionen Tonnen Dünger kaufen. Dadurch hat es eine negative Außenhandelsbilanz, der Boden wird durch Schwermetalle im Dünger verseucht und dieser wird in das Mittelmeer gespült. Irgendwie unlogisch und nicht sehr schlau. Aber das ist nur eine von viele Geschichten über den Nutzen von Überschwemmungen.

Nun sind Flutkatastrophen neben Erdbeben und Vulkanausbrüchen wohl die schlimmsten Naturkatastrophen. Es ist also verständlich, dass Menschen sich davor schützen möchten. Überschwemmung bezeichnet man einen Zustand, bei dem eine normalerweise trocken liegende Bodenfläche vollständig von Wasser bedeckt wird. Die Menschheit hat sich in den letzten zwei Jahrhundert immer mehr in das Schwemmland und die Flutflächen der Flüsse hineingebaut. Mit der Konsequenz, dass es immer mehr „Katastrophen“ gibt. Hinzu kommt, dass durch den Klimawandel die Regenfälle teils heftiger werden und die Trockenheiten dazwischen noch extremer. Nach solch einer Trockenheit dringt der Regen nicht so leicht in den harten Boden ein, mit der Folge, dass es beim nächsten Regen noch heftigere Überschwemmungen gibt. Aber was sind eigentlich Überschwemmungen? Zunächst sind das über Ufer tretende Gewässer (das kann Hochwasser, eine Sturmflut oder ein Tsunami sein). Dann gibt es neben dem zu schnellen und heftigen Abfließen bei Regen nach langen Trockenheiten auch noch die Möglichkeit von zu langsamem Abfließen, durch Verstopfungen im Flusssystem. Am drastischsten sind Brüche von Dämmen, Staustufen oder Talsperren, denn sie haben ja vermeintlichen Schutz geboten, bis kurz vor dem unerwarteten Bruch oder der mutwilligen Zerstörung, etwa in Kriegen. Um Flüsse zu verstehen, muss man akzeptieren, dass sie sich zusammenziehen und ausdehnen. Dies lässt sch selbst beim Main mit seinen 34 Staustufen nicht völlig wegpegeln. Bei Flüssen, die noch eine natürlichere Gestalt haben, etwa der Yukon, gehört dies zum normalen Jahreszyklus, so wie Menschen atmen müssen. Ein- und ausatmen. Genauso schwellen Flüsse an und ziehen sich zurück.


Fünf weitere Sichtweisen zum Thema Überschwemmungen. Diese Links führen auf andere Internetseiten:

http://www.sln.org.uk/geography/enquiry/we30.htm
Lernplattform rund um das Thema Überschwemmungen. Englisch

http://www.naturgewalt.de/ueberschwemmungen.htm
Eine Liste der spektakulärsten Überschwemmungen der Geschichte. Auch viele Inforamtionen zu anderen Naturgewalten und -phänomenen.

http://www.spiegel.de/panorama/a-98115.html
Aktueller Bericht des Spiegel Online über Überschwemmungen und dessen Folgen in Italien. "Die Flüsse rächen sich." 

http://themen.t-online.de/news/ueberschwemmungen
Aktuelle, aber auch ältere Nachrichten und Videoaufnahmen zu Überschwemmungen aus aller Welt. Sehr anschaulich, mit interessanten Fakten.

http://www.atmosphere.mpg.de/enid/1__Ueberschwem-_mung___Gewitter/-_Hochwasser_an_Fluessen_3ss.html
Lernplattform zum Thema Überschwemmungen sowie deren Ursachen und Folgen.