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The Age of Stupid – die Zeit der Blödheit

The Age of Stupid»The Age of Stupid« (Regie Franny Armstrong,*1972) ist der eindrücklichste Film über die Konsequenzen der trotz aller Lippenbekenntnisse rasant steigenden Treibhausemissionen. Er zeigt, wie alle Güter, Gewohnheiten und Konzepte der letzten Jahrzehnte bislang praktisch ungestoppt auf die drastische Zerstörung unserer einzigen Erde hinauslaufen. Der Film baut auf einer Handvoll ausführlicher Interviews in UK, Indien, USA, Nigeria, dem Libanon, der Schweiz auf, die mit zahlreichen kurzen Dokumentarfilmfragmenten, Interviews und Nachrichtenschnipseln hinterlegt werden. Sehr dicht sind auch die Animationsfilmszenen, in den Prozesse und historische Verläufe verständlich komprimiert werden. Er zeigt vor allem, dass wir uns nicht am Anfang einer Verbesserung, sondern nach wie vor in einer ständigen Verschlechterung befinden. Nach dem Film „An inconvenient truth“, der um Vorträge von Al Gore gebaut war, ist The Age of Stupid, in dem die Probleme auf unsere kollektive Blödheit als Menschheit zurückgeführt werden, wohl am ehesten geeignet, dieses komplexe und zugleich einfache Phänomen auch Menschen ohne Vorbildung zu vermitteln. Es wird aus der Perspektive des Jahres 2055 erzählt. Der Sprecher befindet sich auf einer Bohrplattform-artigen Riesenstruktur im Zentrum der geschmolzenen Arktis. Diese Plattform ist das „Global archive“, in dem alle Sammlungen der großen Wissenschafts- und Kunstmuseen, sämtlicher analoger und digitaler Bibliotheken zusammengeführt wurden. Von hier aus fragt der Protagonist, gespielt von Pete Postlethwaite: „Warum haben wir uns nicht vor der Selbstvernichtung gerettet, als wir noch Zeit dazu hatten?« Das Jahr 2055 eignet sich gut für diese deprimierende Perspektive, weil 2050 in zahlreichen wissenschaftlichen Szenarien als wichtiger Zeithorizont verwendet wird. Der Film wurde auf Basis von Spenden und Mikroinvestments finanziert. In Deutschland hatte er zu Unrecht nicht annährend den Erfolg von „An Inconvenient truth“. In England avancierte er zum Kassenschlager. Ausschnitte des Films anzuschauen ist trotz der Collagetechnik nicht sinnvoll, da erst der Mix die komplette Wirkung entfaltet. „Zur Verminderung der Kohlendioxid-Produktion fand die Premiere im März 2009 in einem Solarkinozelt in London statt, außerdem reisten viele der Schauspieler mit dem Fahrrad an und unterstrichen so die Botschaft des Films. (...) Er wurde in Großbritannien von Greenpeace unterstützt und durch den Verkauf von Anteilen an 223 Personen und Gruppen finanziert. In Deutschland unterstützen zahlreiche Naturschutzorganisationen den Film und die Initiative 10:10.“ (Zitat aus Wikipedia) Unbedingt sehenswert und eigentlich ein Basislehrstoff ab der Mittelstufe.