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Flüsse - ein eigener Kosmos
Heftige Klimawandler
CO2-Schleuder Internet
Gespräche mit Bürgern
Positionen & Visionen
August: Prof. Bertsch
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Heftige Klimawandler
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CO2nsum - Was hat unser Kaufverhalten mit dem Kimawandel zu tun? Ersticken unsere Wände unter der Wärmedämmung? Alte Betonköpfe und neue Betonkochtöpfe Ene mene Muh, was emittiert die Kuh?
Shrimps bzw. deren Produktion haben einen enormen CO2-Fußabdruck. Berechnungen gehen davon aus, dass bereits 100g Shrimps so viel CO2 verursachen, wie die direkte Verbrennung von 90 Litern Benzin. Diese hohe Zahl kommt nicht durch die reine Herstellung zustanden, sondern auch durch vor- und nachgelagerte Prozesse, wie etwa der Rodung von Mangrovenwäldern oder den Transport um die halbe Welt. Februar 2012 Fast jeder hat es. Fast jeder nutzt es – das Internet. Bei uns fast schon eine Selbstverständlichkeit, wie Strom oder fließend Wasser. Die Zahlen der Internetnutzung der Bevölkerung in Deutschland variieren zwischen 50% und fast 80% [1]. Das hängt damit zusammen, das die exakten Teilnehmerzahlen nur schwer ermittelbar sind. Das liegt u. a. daran, dass z.B. mehr Menschen einen Anschluss teilen oder auch der Zugang via mobilen Geräten mit Internetzugang erfolgt. Die Zahlen schwanken auch entsprechend dem Alter der Nutzer. So haben jüngere Nutzer einen höheren Prozentsatz bei der Nutzung als ältere Bevölkerungsgruppen [2]. Ebenfalls kommt es darauf an in welcher sozio-ökonomischer Lage sich die jeweilige Nutzergruppe befindet [3]. Ein voraussichtliches Ende des Trends ist nicht in Sicht. Stattdessen steigt wohl die Zahl der Nutzer jährlich, und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und auf dem gesamten Globus. Weltweit sollen 16,9% [4] der Weltbevölkerung Zugang zum Netz haben. Aktuellere Zahlen gehen davon aus, dass mittlerweile 2 Milliarden Menschen weltweit online unterwegs sind. "Landkarte" des Internets (weltweit); Quelle: www.opte.org Wichtig zu erwähnen ist, dass dies keine genauen Zahlen sind. Die Art der Erhebung, das Interesse Dahinterstehender und die rasante Entwicklung erschweren eine genaue Aussage. Daher sollte man die Zahlen nicht für gänzlich objektiv halten und auf jeden Fall genau betrachten und hinterfragen. Fest steht aber, dass das Internet in vielen Bereichen des Lebens eingreift und nicht mehr wegzudenken ist. In anderen Teilen der Erde, in der noch kein breiter Zugang besteht, wird intensiv daran gearbeitet das auszugleichen. Wie dies geschieht und dort die Entwicklungen aussehen ist ein anderes Thema und würde hier den Rahmen sprengen. Doch was hat das Internet mit dem Klima zu tun? Eine ganze Menge! Schätzungen gehen davon aus, dass das Internet ebenso viel CO2 ausstößt, wie der gesamte Flugverkehr [5] weltweit. Zwar gibt es energiesparende Hardware, wie etwa das Gerät an sich oder der Bildschirm, dennoch braucht das Internet Unmengen an Energie, um den Ansprüchen der Nutzer zu entsprechen. Dabei braucht jede Suchanfrage Energie – und jeder weiß für sich selbst, wie oft er etwas „googlelt“. Selbstverständlich gilt das nicht nur für Google allein, sondern für das gesamte IT-Netzwerk (Industrie + Internet), das seinen Teil zur weltweiten Emission beträgt. Das Internet ist in erster Regel darauf ausgelegt schnell zu sein, um die gewünschten Information schnell bereitzustellen. Eine Suchanfrage legt oft hunderte oder auch tausende von Kilometern Strecke zurück, bevor die passende Antwort gefunden wird. Es geht hierbei nicht um den kürzesten, sondern den schnellsten Weg. Es gibt Schätzungen, die von 1 bis 10 Gramm CO2-Ausstoß pro Suchanfrage ausgehen [6], je nach dem was für einen PC man besitzt, welche Infrastruktur vor Ort herrscht, wie das generelle Online-Verhalten aussieht usw. Es gibt Bemühungen den Energieverbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß zu reduzieren. Ein Beispiel wäre der Suchanbieter Blackle. Er versucht Energie zu sparen, indem er nicht weiß als Standardhintergrund für seine Webseite nimmt, sondern schwarz. Denn schwarz darzustellen würde den Bildschirm weniger Strom kosten als weiß. Auf der Webseite gibt es einen Zähler, der anzeigt, wie viel Wattstunden seit Inbetriebnahme eingespart werden konnten. Nämlich 2.959.518.629 (Stand 20. Feb. 2012, 11:45 Uhr). Alle sprechen vom Energiesparen, aber kaum einer denkt dabei auch an das Internet. Wie bei uns und in anderen Teilen der Welt wächst der Hunger nach Energie bzw. Zugang zum Internet. Man hat sich dennoch dazu entschieden das Internet „grün“ zu machen. Wie und mit welchen Mittel genau steht noch nicht richtig fest. Es gibt mittlerweile viele Klimakonferenzen, die das Internet zum zentralen Thema machen und ein Umdenken fordern. Zudem wird wohl auch fleißig geforscht, um energieeffizientere Technologie zu entwickeln. Durch dieses noch relativ junge Phänomen, das Internet und die Selbstverständlichkeit, die sich entwickelt hat, ist es noch nicht bei den Menschen angekommen, dass auch das Netz viel CO2 ausstößt und somit das Klima negativ beeinflusst. Jeder will es nutzen, jeder möchte gern einen Zugang haben, aber leider ist uns das Internet als klimaverändernder Akteur nicht bewusst. Wir hängen in Gedanken immer noch sehr an dem luftverschmutzenden PKW und Konsorten fest. Denn dort lässt sich der Ausstoß beobachten. Wie können sehen, wie Abgase das Auto verlassen und in die Luft entweichen, den Computer bzw. das Internet sehen wir nicht irgendetwas ausstoßen, zumindest nichts Direktes. Ein Um- und Weiterdenken ist zwingend erforderlich. Wenn Sie sich ein paar Anregungen holen möchten, schauen Sie sich doch mal folgende Seiten an. Auf der ersten finden Sie Tipps, wie Sie energiesparender den PC und dazu gehörende Geräte nutzen können [7] .Möchten Sie am Arbeitsplatz oder im büro Energie sparen, können Sie sich gerne auch diese Tipps in Andis Energiesparblog anschauen [8]. Wie man sehen kann wurde für diesen Text ebenfalls viel im Internet recherchiert und es gab mehr als nur zwei Suchanfragen, die durchgeführt wurden. Stellt sich die Frage ob man nicht auch etwas am Nutzungsverhalten ändern sollte, oder ob man alles der energieeffizienten Technologie überlässt. Diese und weitere Fragen werden wohl noch ausdauernd diskutiert werden (müssen), auch wenn man sich noch nicht so stark gezwungen sieht, sich ihnen zu stellen. [1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-68-Prozent-der-erwachsenen-Deutschen-sind-online-135011.html [2] http://www.golem.de/0708/53966.html [3] http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,474402,00.html, http://www.golem.de/0705/52216.html [4] http://www.internetworldstats.com/stats.htm [5] http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article1203605/Das_Internet_ist_der_wahre_Klimakiller.html [6] http://www.onlinekosten.de/news/artikel/32737/0/CO2-Schleuder-Google-Suche [7] http://reset.to/act/energiesparen-am-computer [8] http://blog.andi-bernhard.de/energiesparen-im-buro-bildschirm/
November 2011 CO2nsum - Was hat unser Kaufverhalten mit dem Klimawandel zu tun?
Doch entscheidend ist, wie kann ich meine Klimabilanz verbessern? Wie wirke ich persönlich dem Klimawandel entgegen. Eine banale Antwort ist natürlich der Verzicht auf nicht dringend notwendige Konsumgüter. Aber das allein kann nicht die Antwort sein. Man muss sich im Klaren sein, dass die Klimabilanz nicht der einzige Faktor ist. Da z.B. Transporte nicht wesentlich ins Gewicht fallen, kann es sein, dass neuseeländische Äpfel eine bessere Ökobilanz besitzen als regionale, obwohl es Herbst ist. Hier muss man sich entscheiden, ob man nicht doch die regionale Wirtschaft unterstützen möchte. Bleiben wir aber beim CO2. Wer ganz genau hinschaut, muss sich auch die Stromversorgung des Herkunftslandes anschauen. Das gleiche Produkt, einmal hergestellt in China mit Strom vorwiegend aus Kohle, einmal hergestellt in Frankreich mit Strom vorwiegend aus Atomenergie, wird aus Frankreich eine bessere Bilanz besitzen. Es scheint schwer, solche Faktoren immer im Kopf zu behalten. Deshalb hier ein paar wesentliche Tipps, wie man seine persönliche Klimabilanz aufpolieren kann: (EKJ: Einsparungen pro Kopf pro Jahr in Tonnen) Tipp1: zu Hause
Tipp 2: Haushaltsgeräte
Tipp 3: Holz
Tipp 4: Freizeit
(EKJ: 0,2 bei mehr selbst organisierter Freizeit)
Tipp 6: Weiteres zu Produkten
Tipp 7: Ökologische Geldanlagen
Eine standardisierte Verbraucherorientierung, wie die Kalorienangabe auf Lebensmitteln, gibt es leider nicht. Welche Emissionen tatsächlich einem Produkt angerechnet werden müssen, ist gesetzlich noch nicht festgelegt. Projekte wie 'Plattform Klimaverträglicher Konsum Deutschland' sind erst im Kommen. Bis eine Standardisierung erreicht ist, ist jeder persönlich gefragt, wie viel CO2 seine Konsumgüter verursacht haben oder noch verursachen werden. Quellen:
August 2011 Ersticken unsere Wände unter einer Wärmedämmung? Die Thermographieaufnahme bringt den Wärmeverlust ans Licht. Was passiert, wenn eine Außenwand gedämmt wird?
Juni 2011 Gut genährt! Die Konsequenz für eine klimafreundliche Ernährung in Bezug auf Fleisch- und Milchprodukte kann daher nur heißen: Den Anteil der Ernährung an Rindfleisch, aber auch anderen Fleischsorten, sowie an fettreichen Milchprodukten insgesamt reduzieren oder ab und zu ganz darauf verzichten. Die folgende Tabelle zeigt die CO2-Emission einiger ausgewählter Lebensmittel
Je nach Lebensmittelart verursacht in kontrolliert-biologischem Anbau erzeugte Ware im Schnitt 5 bis 25% weniger CO2-Emissionen als konventionell hergestellte. Dies erfolgt hauptsächlich durch den Verzicht auf Dünge- und synthetische Pflanzenschutzmittel und eine schonende Bodenbearbeitung. Die Verwendung von biologisch erzeugten Produkten trägt damit ebenfalls zur klimafreundlichen Ernährung bei. Sich allein an biologischer Erzeugung zu orientieren, ist aber auch nicht die Lösung. Auch der zurückgelegte Transportweg zum Endverbraucher spielt eine große Rolle. Ein Kilogramm Äpfel aus Deutschland verursacht ca. 500 g CO2, kommt dieselbe Menge an Äpfeln z.B. mit dem Schiff aus Chile, verdoppeln sich durch den Transport die CO2-Emissionen. Man sollte darum also beim Wareneinkauf auf die Herkunft achten. Leider gibt es nicht alle Obstsorten in Deutschland. Orangen und Ananas kommen zwangsläufig aus dem Ausland. Die meisten dieser Früchte aus südlichen Ländern wachsen dort jedoch auf dem freien Land, ohne beheiztes Treibhaus, Bananen z.B. reifen während der Überfahrt auf dem Schiff. Die Transportemissionen sind dementsprechend gering. Beim Kauf solcher Produkte sollte man auf biologisch und fair gehandelte Ware achten. Besonders kritisch sind Lebensmittel, die per Flugzeug eingeflogen werden. Dies verursacht Emissionen, die um ein Vielfaches höher sind als der Transport per Schiff. Kochkurs in Mühlheim zur klimafreudlichen Ernährung
Jeder Verarbeitungsschritt der Nahrung verursacht zusätzliches CO2! Vergleichsweise schlecht fällt daher auch die Klimabilanz stark verarbeiteter Lebensmittel wie Tütensuppen oder Tiefkühlpizza aus. Bei Tütensuppen oder Kartoffelknödeln entziehen die Hersteller den Zutaten erst energieaufwändig Wasser, das später bei der Zubereitung wieder zugefügt werden muss. Tiefkühlkost wiederum muss zunächst mit hohem Energieaufwand schockgefrostet und dann zuhause weiter gekühlt werden. Zudem darf die Kühlkette auf dem Weg zum Konsumenten nicht unterbrochen werden. Da können schnell einige hundert oder tausend Kilometer Kühlstrecke zusammenkommen – zulasten der Atmosphäre! Kochkurs "Einma(h)l fürs Klima" in Mühlheim Zusammengefasst ergibt sich damit folgende Kurzfassung:
Klimafreundliche Ernährung hat einen schönen Nebeneffekt: Sie ist sehr gesund, da cholesterinarm, reich an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen, Spurenelementen, Mineral- und Ballaststoffen - und macht jede Diät überflüssig. Hier ist ein Beispiel (nach Harry Hirse/Kochatelier Frankfurt): Die Zwiebeln in etwas Margarine anschwitzen, bis sie weich sind. Dann die Äpfel dazugeben und mitdünsten, bis auch sie weich sind. Restliche Margarine dazu, mit Salz würzen, fein mixen und kühlen. Schmeckt lecker auf frischem Bauernbrot!
Februar 2011 Alte Betonköpfe und neue Betonkochtöpfe Shanghai: Die Frage ist vielleicht nicht, "was man daraus macht", wie einen Betonkampagnen der Vergangenheit fragte, sondern doch eher aus was man was macht. Nun, Zement ist ein ziemlicher Klimakiller und ein relevanter noch dazu. In 2009 wurden weltweit 2,8 Milliarden Tonnen davon produziert! Zement ist heute der Baustoff der Welt, alles andere scheint marginal. Aber wie kommt aus dem Portland-Zement CO2 raus? Den Namen sollte man sich merken – Portlandzement! Seine Hauptbestandteile sind heute Kalzium, Silizium und Aluminium. Die Ausgangsstoffe werden gesintert, d.h. bei hoher Temperatur gebrannt. Als Erfinder gilt Joseph Aspdin, der 1824 das Patent „An Improvement in the Mode of Producing an Artificial Stone“ erhielt. Er nannte seine Erfindung so, weil sie dem Kalkstein der englischen Portlandküste ähnlich sah. Dieser Stoff ist mittlerweile für 5% der globalen CO2-Emission verantwortlich. Beim Brennen des Zements entweicht massenhaft Kohlendioxid. Überdies braucht es auch viel Energie, um die Öfen auf die 1450 Grad Betriebstemperatur zu bringen. Das schiere Ausmaß dieser Emissionen bringt die Industrie unter Zugzwang, seit Emissionsrechte Kosten verursachen. Die österreichische Betonindustrie beschäftigt sich aufgrund dort besonders strenger Umweltauflagen bereits seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema. Daher lohnt es sich, die Ohren in Richtung Alpen zu richten. Dort verlautbart man trocken: „Das verfahrenstechnische Potenzial der CO2-Minderung durch weitere Optimierung von Ofen- und Mahlanlagen ist praktisch erschöpft. Daher kommt neben dem Einsatz sekundärer Brennstoffe insbesondere der Herstellung von Zementen mit mehreren Hauptbestandteilen eine besondere Bedeutung zu.“ Nun ja, man bemüht sich. Offenbach: Details, dei sich mit Beton bauen lassen, aber nicht nur über Form, auch über das Material muss nachgedacht werden. Hier sei eine grundlegende Frage eingeschoben: Brauchen wir überhaupt so viel Betonbau? Gibt es grundlegende Alternativen? Könnte man evtl. die Bautätigkeit reduzieren oder die Bautechniken optimieren? Bei diesem Thema treffen innovative Ingenieurtechnik und waches Umweltbewusstsein auf Ideologie: Baukräne gelten als DAS Symbol schlechthin für Wirtschaftswachstum. Mit fast religiöser Verehrung wird ihr Kreisen über den Baugruben gefeiert. Am Potsdamer Platz, Berlin, zelebrierte man am 26. Oktober 96 gar mit einem "Kranballett" das Richtfest für den Daimler/ Debis-Turm: Neunzehn Baukräne tanzten stundenlang zur „Ode an die Freude“ aus Beethovens 9.. Das waren noch Klima-unbeschwerte Zeiten... An Motto: Viel Betonbau viel Ehr hat sich bis heute jedoch nichts geändert. »Seht, da wächst was. Es boomt. Wirtschaftskraft entsteht.« ist die Botschaft. Einen Paradigmenwechsel bei diesem überkonfessionellen Glaubensbekenntnis zu erreichen darf getrost als Herkulesarbeit gelten. Es ist jedoch genau diese Diskussion, die geführt werden muss: Weniger Wachstum. Langsamer stattdessen intelligenter. Beton in São Paulo. Beton geht auch wirklich schön, aber auch hier: zu welchem Emissions-Preis? Näher liegt es zunächst, eine massive Effizienzsteigerung beim Betonbau zu fordern, bestimmte Großbauprojekte, die zu voluminös sind, nicht zu genehmigen oder den Anteil des Betons an den Baumaterialien zu reduzieren. Zu guter Letzt kommt man jedoch nicht um die Substanz, den Portlandzement, herum. Die sonst keineswegs betonbaukritische FAZ titelte am 16.1.2011 im Wissenschaftsteil „Leise ergrünt das harte Gestein“. Im Superturm Burdsch als Chalifa (Dubai) seien 330.000 Kubikmeter Beton verbaut worden, dies entspräche der CO2-Jahresproduktion von 10.000 Deutschen. So wird der Text eingeleitet. Der Artikel geht auf zwei wichtige Entwicklungen in der Betonproduktion ein. Zunächst auf die von der Britischen Novacem entwickelte neue Formel, die unter Einsatz von Magnesium nicht nur die CO2-Emission drastisch drückt, sondern zusätzlich bis zu einer 100kg CO2 pro Tonne Zement bindet. Nikolaos Vlasopoulos, der leitende Forscher beim Londoner Start-up fand eher durch Zufall ein neues Verfahren. In einem Versuch ließ er kohlenstoffreichen Portland-Kalkstein weg. Als Wasser in die Magnesium-haltige Ton- und Sandmischung dazukam, erhärtete sich das Gemisch dennoch.“ Die britische Industrie interessiert sich sehr für das Verfahren, bei dem nicht nur kein CO2 emittiert wird, sondern angeblich auch noch 100 kg des Gases pro Tonne Beton gebunden werden können. Beim ebenfalls neuen, in Deutschland entwickelten Material Celitement, wird statt Kalkstein Sand beigerührt. Dabei arbeitet man auf Basis von Calciumhydrosilikaten. Die Herstellungstemperatur sinkt gegenüber dem Portlandzement-Verfahren von 1450 auf 300 Grad Celsius. Es wird also wesentlich weniger Energie beim Herstellungsprozess verbraucht – in der CO2-Bilanz ein echtes Plus. Hier wie bei Novacem wird bei hohem Druck verkocht statt gebrannt, sozusagen in einem Betonkochtopf. Es wird daher weniger Temperatur benötigt aber der Druck, den man zum Kochen braucht, muss ja auch irgendwie geschaffen werden. Während die Österreicher also gemäß betonmarketing.at untersuchen „wie durch Optimierung des Feinstkornbereichs im Zement (Sieblinie, Kornform, Rauhigkeit der Kornoberfläche) der Klinkergehalt im Zement etwa durch die Zugabe optimierter Kalksteinmehle gesenkt werden kann.“ sind die Briten hinter einem völlig alternativen Herstellungsverfahren her. Celitement vom Karlsruher Institut für Technologie versucht unterdessen durch eine erhebliche Reduktion des Kalksteinanteils voranzukommen.
Januar 2011 Ene mene Muh, was emittiert die Kuh? »Statt vom Auto auf die S-Bahn umzusatteln, könntest Du einen Burger pro Monat weniger essen« frotzelt Christa. Abgesehen davon, dass ich Burger nicht mag, hat sie natürlich Recht. Zehn Kilometer mit meinem Lancia Y pusten rund 1 kg CO2 raus. 250 Gramm Rindfleisch entspricht jedoch einem CO2-Äquivalent von 3,3 Kilo! Tatsächlich könnte ich also über dreißig Kilometer weit fahren. Damit aber erstmal genug mit Kopfrechnen ... „Wieso hacken denn alle auf unseren Kühen rum?“ meckerte mich Elena Muñiz aus Rio de Janeiro an. Gut – ihre Eltern verdienen das Geld für Elenas Designstudium mit Rinderzucht im Mato Grosso. Ihre Frage sei also erlaubt. „Rinder furzen einfach zu viel“ wäre etwas schroff formuliert, aber die Realität geht in diese Richtung. »Unsinn, das Methangas der Kühe entweicht beim mehrfachen Wiederkäuen, also vorne, nicht hinten.« belehrt mich Christa Bauer, die Biologin. Ein Professor möchte den Kühen nun Pillen gegen Rülpsen verschreiben. Das klingt eher nach Lobby für die Pharmaindustrie als nach einem wirklich nachhaltigen Konzept. Aber es ist zumindest eine Idee. Und heute weiß man, dass sich der Klimawandel nur durch eine Kombinationen tausender Ideen aufhalten lässt, nicht durch die eine revolutionäre Superidee. "Die Methankonzentration hat sich in der Atmosphäre in den zurückliegenden 50 Jahren nach Schätzungen annähernd versechsfacht“ sagt Professor Winfried Drochner vom Institut für Tierernährung der Universität Hohenheim „und trägt nun zu etwa 20 Prozent zum Treibhauseffekt bei". Vier Prozent davon stammt von rülpsenden Kühen. Nun gut. Zusätzlich werden für die Rindezucht jedoch enorme Flächen benötigt, und gerade in Südamerika werden dafür Wälder gerodet. Ließe man die Bäume stehen, könnten sie CO2 binden, denn Wälder sind so genannte CO2-Senken. Wieso ist dieser Kuhhandel für uns so wichtig? Wegen der Dynamik der Entwicklung. Besonders in den Entwicklungsländern hat sich die Fleischproduktion in den letzten 30 Jahren von 47 auf knapp 150 Millionen Tonnen verdreifacht. Besonders stark stieg dabei die Produktion von Rindfleisch. Bedenkt man, dass für ein kg Rind 13 300 Gramm CO2- Equivalent stehen, für Schweinefleisch aber nur 3 250 Gramm, wird das Problem schnell klar. Und hier kommen wieder mal die Chinesen ins Spiel Schweinefleisch süss-sauer gilt bei uns als modern, in China jedoch als altmodisch. Daher kann sich allein McDonalds selbstbewusst vornehmen, bis 2013 die Anzahl Restaurants im Reich der Mitte auf 2000 zu verdoppeln. Chinesen essen zusehends mehr Rindfleisch. Der Hamburger ist ein Statussymbol geworden. Nicht alle 1300 Millionen Chinesen wollen einen, aber sehr, sehr viele. Der Rindfleischkonsum stellt gegenüber dem Schweinefleischkonsum ein Problem dar. Aber die Belastung durch Rindfleisch gemessen an den 550 g pro kg Äpfel ist ein Dimensionensprung. Und dieser Quantensprung findet zur Zeit statt. Denn immer mehr Menschen können sich statt Obst und Gemüse Fleisch leisten, eine Kehrseite des wachsenden Wohlstandes der Menschheit. Man muss daher den Gesamtzusammenhang sehen, denn „die Emissionen, welche durch Ernährung verursacht werden, betragen 1,65 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person und Jahr. Die Emissionen entstehen hauptsächlich bei der Produktion, der Lagerung und dem Transport von Lebensmitteln.“, so das Klimabündnis Köln. Was tun? Zunächst kann man Bioprodukte kaufen, da sie zwischen 5 und 25 % weniger CO2-Emission verursachen, vor allem wegen der geringen Düngemitteleinsätze. Dann kann man, ohne wirklich zu leiden, ein paar Gabeln weniger Rindfleisch essen, denn eine Gabel, 50g, entspricht ganzen 660 g CO2 Äquivalent oder 6 km Autofahrt. Die Rindviecher sind also sehr ernst zu nehmen, wenn es um die Zukunft unseres Klimas geht. „Ich krame erstmal Omas Rezeptbücher wieder raus, in denen Rindfleisch kaum eine Rolle spielte, einfach weil es früher extrem teurer war.“ sagt Annette dazu und wendet genüsslich ein Omelette in der Pfanne. Drochner zitiert nach http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-6232-2007-03-16.html |
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