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Okavango
 

Wetterstation: Maun
Klimazonen: Asa -> Aa

Trockenzeit am  Okavango


Wieso der Okavango?

Der Okavango (in Angola Cubango) ist ein höchst ungewöhnlicher Fluss, denn er mündet nicht in einen anderen Fluss und fließt nicht ins Meer und hat ein weitgehend intaktes Ökosystem. Er verdunstet in einem paradiesisch artenreichen Inlandsdelta im südafrikanischen Botswana, mitten in der Kalahari-Halbwüste. Dieser Verdunstungseffekt ist der Grund, warum der Okavango mit seinem Delta im C-Change-Projekt als Stellvertreter für das Thema Verdunstung und insbesondere Stadtklima & Flüsse steht. Die Bevölkerung im Bereich des Okavango lebt noch weitgehend nomadisch, bildet aber einen komplexen, vielsprachigen Kulturraum, mit einer großen Zahl eigenständiger Sprachen. Dazu zählen Cuando Cubango, Ovambo, Herero, Deutsch, Afrikaans, Nama, Tswana, Englisch, Tswana, Kalanga, Kgalagadi, Herero, Schona, Yeyi, Subiya, Mbanderu, Diriku, Shua, Tsoa, Kua, Hietshware, Naro. Mit besonderen phonetischen Zeichen, wegen der völlig anderen Aussprache als in den Europäischen Sprachen, werden folgende Sprache – daunter auch die so genannten Klicksprachen – bezeichnet: Ndebele||Ani, Kxoe, Zhu/oasi, Ju|'hoan, ||Gana, G/wi, ||Ai||e, !Xóõ, Nama, =|Kx'au||'ein, Deti, Denesana, =|Hua.

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Was für ein Fluss ist der Okavango?

Der Fluss führt in der Jahressumme 10 Milliarden m3 Wasser, dabei gibt es extreme jahreszeitliche Schwankungen. Er entwässert 721.258 km2, grob die doppelte Fläche Deutschlands. Er überwindet von der Quelle zum Delta bei einem Höhenunterschied von 60 m kaum ein Gefälle, und bevor er sich in das Inlandsdelta ergießt, saugt sich erst einmal ein großes Feuchtgebiet voll Wasser. Er ist ein wunderlicher und wunderbarer Fluss, der von der Zivilisation bislang kaum in Mitleidenschaft gezogen wurde, nicht zuletzt, weil in seinem Einzugsgebiet nur ein paar Tausend Menschen leben. Er fließt aus Angola druch den so genanten Caprivi-Zipfel in Namibia nach Botswana. Das Okavango-Delta ist das größte Binnendelta der Welt, der Fluss bildet im abflusslosen, wüstenartigen Binnenland von Botswana ein jahreszeitliches Feuchtgebiet von bis zu 20.000km2. Aufgrund der regenarmen Witterung erreicht das Wasser erst mit mehrmonatiger Verzögerung nach der Regenzeit sein Delta. In der Trockenzeit stellt er in seinem Mittellauf nur ein schmales Flüsschen dar und verwandelt sich nach der entsprechenden Verzögerung nach dem Regen in einen reißenden Strom. Für die 250 km vom so genannten "Pfannenstil", einem nordöstlichen schmalen Streifen Nambias, bis zum Ende des Deltas braucht das Wasser ca. 4 Monate. Zuvor sättigt er ein schlauchförmiges, weitgehend aus Papyrus bestehendes schwammartiges Feuchtgebiet, das von großen Nilpferd- und Krokodil-Populationen bewohnt ist. Erst beim Übertreten dieses Feuchtgebietes ergießt er sich in das Binnendelta. Der Mittellauf und das Delta beherbergen eine extreme Artenvielfalt. Im Delta liegt das Morami Wildlife Reserve. Im Bereich des Deltas wurden 1.300 Pflanzenarten identifiziert. Die Tatsache, dass das Delta sich füllt, wenn im Umfeld extreme Dürre herrscht, führt zu gewaltigen Wanderungen in das Delta. Dort wurden 71 Fischarten, 33 Amphibienarten, 444 Vogelarten und 122 Säugetierarten identifiziert.

Verlauf des  Okavangos


Welche Probleme gibt es am Okavango und was wird getan?

Im Oberlauf sind im Vergleich mit anderen Flüssen minimale Wasserbaumaßnahmen geplant, die Abzweigung eines landwirtschaftliche Bewässerungskanals nach Namibia, dessen Planung auf die 80er Jahre zurückgeht und dessen Auswirkungen auf den Fluss jedoch weitgehend unbekannt sind. In einer Landschaft, die vom tropischen Angola bis ins wüstenartige Botswana reicht, hilft die UNESCO (Okavango River Basin Commission) diese Fragestellung zu verhandeln und ein möglichst nachhaltiges Wassermanagement zu betreiben. Die Chancen stehen gut, dass hier schlimmeres verhindert werden kann, v.a. deshalb, weil der Tourismus die wichtigste Einnahmenquelle ist und dieser Wirtschaftszweig auf eine intakte Natur angewiesen ist. Durch den Klimawandel könnte es zu größerer Hitze im Sommer kommen und dadurch zu einer Verkürzung der feuchten Phase im Delta, was für die zahllosen wandernden Herden eine verheerende Auswirkung haben könnte. Die Richtung der Entwicklung lässt sich jedoch nicht klar absehen.

Lage des Okavango
Verlauf/Lage des Okavango; Quelle: www.internationalrivers.org/en/node/2431

Wo bezieht sich die Klimaroute auf den Okavango?
Honselldreieck, künftiger Hafenpark, Frankfurt
Themenzuordnung: Verdunstung, Fluss als Kaltluftschneise