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Klimazonen: Csh

Wieso der Tajo?
Der Tajo (port. Tejo) ist ein Fluss, der wie der Main durch eine alte und bedeutende Kulturlandschaft fließt. Er ist jedoch noch deutlich verschmutzter und wird durch massive Abzweigungen von Wasser in Richtung des Mittelmeerbeckens in Mitleidenschaft gezogen. Im C-Change-Projekt steht er für die Notwendigkeit, viel mehr zu tun, aber auch für die Unfähigkeit, die notwenigen Schritte konsequent zu gehen. Ein faszinierendes Bauwerk am Tajo ist die mit 17,6 km längste Brücke Europas, in der Nähe von Lissabon.
Was für ein Fluss ist der Tajo?
Der Tajo durchfließt die iberische Halbinsel in westlicher Richtung, von Spanien nach Portugal, wo er sich bei Lissabon mit ca. 444 m3/Sekunde in den Atlantik ergießt. Er entspringt in 1.580 Meter Höhe und entwässert 80.600 km2 Land. In seinem Einzugsgebiet leben 10.500.000 Menschen, vor allem in den Großräumen Madrid und Lissabon.
Er bildet kein Delta, sondern Sedimentinseln im Mündungbereich hinter der Küstenlinie. Die maximale Wasserführung ist im März, die Sommermonate sind durch teils massive Rückgänge in der Wasserführung bestimmt. Der Tajo fließt durch zahlreiche Subspezies von teils ariden und semiariden Landschaften. Im Tajobereich leben 14 der 23 auf der iberischen Halbinsel endemischen Fischarten sowie auf der Halbinsel seltene Arten wie der iberische Luchs und der iberische Wolf. Hier finden sich auch der iberische Adler und zahlreiche Vogelarten. Die seltensten Arten kommen in der Tajo-Schlucht an der Spanisch-Portugiesischen Grenze vor.

Quelle: www.wikipedia.org/wiki/Tajo
Welche Probleme gibt es am Tajo?
Ein großes Problem für den Unterlauf ist die Abzweigung von Wasser aus dem Tajo in Richtung des in das Mittelmeer mündenden Flusses Segura über die so genannte Trasvase Tajo-Segura (1933-79). Nach der gesetzlichen Grundlage kann bis zu 70 % des Tajo-Wassers an den Segura abgezweigt werden.. Dabei handelt es sich um eine massive Wasserbaumaßnahme aus der Zeit des spanischen Faschismus unter General Franco. Es gibt insgesamt 21 Staustufen, durch die Fischwanderungen massiv behindert werden.
Der Fluss wird genutzt zur Gewinnung von Trinkwasser und vor allem für die landwirtschaftliche Nutzung. Große Stauseen mit hydroelektrischen Anlagen wie der Alcántara und der Valdecañas stauen substantielle Mengen Sedimente auf.
Welche insgesamt negativen Tendenzen sind am Tajo beunruhigend?
Zu erheblichen Teilen ungeklärte landwirtschaftliche und menschliche Abwässer aus dem Einzugsgebiet mit über 10 Mio Einwohnern, darunter die gesamten Großräume Madrid und Lissabon, werden in den Fluss eingeleitet. Die Wasserabzweigung in das Segurabecken steigt durch die intensive Landwirtschaft, den in Spanien bizarr günstigen Wasserpreis und die Anlage von großen touristischen Baugebieten sowie Golfplätzen im Segurabereich.
Was wird getan?
Der Tajo profitiert von der in Spanien starken Landflucht. Zahlreiche Feuchtgebiete werden heute durch die Landflucht und die damit verbundene Aufgabe landwirtschaftlicher Flächen am Mittellauf zum Teil zurückgewonnen.
Im Mündungsbereich befindet sich Naturschutzgebiet Reserva Natural del Estuario del Tajo mit 14.560 Hektar, das bereits 1916 eingerichtet wurde.
Das Wissen über den Fluss steigt in letzter Zeit, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus, nur 2,7 % der Oberflächenwässer ist untersucht. Von 97% der Wasseroberfläche weiß man relativ wenig.
Wo bezieht sich die Klimaroute auf den Tajo/Tejo?
Arthur-von-Weinberg-Steg, Offenbach-Bürgel
Themenzuordnung: Wasserverschmutzung, Wasserreinigung, Ballungsraum